Religion und nun?

Hat ein Leben ohne Religion einen Sinn? Oder: Was ist der Sinn der Religion? Der Sinn in beiden Fällen ist zur Erkenntnis zu gelangen. Eigentlich zur Erkenntnis der «Einheit im Ursprung», was gerne auch «Gott» genannt wird. Leider wird durch die Namensvergabe, entgegen den Ermahnungen das nicht zu tun, eine Vorstellung von Gott gemacht. Doch die kann ja nur ein Bruchstück sein, nicht das Ganze.

Im Taoismus reden sie von «TAO, das nicht benannt werden kann». Das ist eine ehrliche Einstellung. Auch die Juden sprechen den Namen G’ttes nicht aus. Wer die Einheit im Ursprung erkannt hat, ist soweit erlöst, wer nicht, tappt noch im Dunkeln oder in der Dämmerung herum. So einfach ist das. Das «äussere Gewand» der Religion hätte zur Aufgabe, zu helfen, zur Erkenntnis zu gelangen. Mit all den Lehrsätzen, Geschichten, Ritualen und Feiertagen. Alle grossen, auf «heiligen Schriften» beruhenden Religionen, haben oder hätten diese Aufgabe. Die Jahrtausende hindurch kann jedoch einiges verloren gegangen und missverstanden werden. Im Namen des «Guten» werden sogar schlimme Taten vollbracht. Die verschiedenen Gruppierungen, also Bubbles oder Rhizome, aus Menschen, Meinungen und Ideologien, beschuldigen sich gegenseitig.

Das äussere Gewand einer Religion kann zum egoistischen Selbstzweck verkommen und zu Mangel an Erkenntnis führen. Als Beispiel kann mit Waffen um das Waserloch gestritten werden. Modernste Marschflugkörper werden, im Kampf ums Ölloch, im Widerspruch der Nächstenliebe zum Alltag, noch «Tomahawk» genannt.

Die «Erkenntnis der Einheit im Ursprung», also der Erleuchtung durch den «heiligen» Geist des Menschen, ist offensichtlich selten aber nicht unmöglich. Vorallem Etwas, das niemand anderes tun kann.

«Sind sie Jude?»,

fragte, nach kurzem Stutzen, ein dahereilender ca. 35-jähriger Mann. Etwas perplex antwortete ich mit der kurzmöglichsten Antwort: «Nein». Er sagte etwas von «Mizvah» und eilte weiter. Er hatte eine lange, durchsichtige Plastikfolie in der Hand, eine, die auch andere Personen, kurz vorher, draussen auf der Strasse, dabei hatten. Auch sah ich eine Kippa auf seinem Hinterkopf. Es schien als ob er eine Spende oder Beteiligung suchte.

Ich suchte nach Olivenöl. Vor ziemlich genau zwei Jahren kaufte ich hier eine quadratische Flasche. Nun fand ich dieselbe Sorte nicht mehr. Damals wollte ich einfach etwas jüdisches bei mir haben. Öl, Süssigkeiten mit hebräischen Buchstaben drauf, eingelegte Tomaten – irgendwas. Ich erinnere mich an die gedrückte Stimmung in dem Laden damals, kurz nach dem 7. Oktober 2023.

Ich kann nicht sagen woher meine Affinität zu dem jüdischen Volk kommt. Vielleicht von den Gustav Meyrink Büchern. Vielleicht von den Erzählungen aus dem «Alten Testament», der Torah. Vielleicht von den heimatlosen Zirkusartisten in meiner Verwandtschaft. Vielleicht von meinen jüdischen Freunden. Vielleicht von meinem Vater, der einst aus unbekanntem Grund heraus, violette Davidsterne aus Schafgarbenstängeln zu basteln – und jüdische Hilfsorganisationen zu Unterstützen begann. Vielleicht aus meiner Einbildung.

Heute war die Stimmung im Laden eher ausgelassen, emsig, fröhlich. Ich hatte den Moment für gekommen gehalten, wieder ein Olivenöl zu kaufen und Süssigkeiten, mit hebräischen Buchstaben drauf. Also begab ich mich hierhin. Inzwischen hatte ich einen Ersatz gefunden. Ein Olivenöl aus Galliläa, nahe dem See Genezareth. Beinahe nahm ich erst eine quadratische Flasche vom Regal, doch es war ein siebenarmiger Leuchter darauf abgebildet und auf den Flaschen daneben war «Lamp oil» drauf geschrieben.

Da sich nun schon ein paar Dinge angesammelt hatten, brauchte ich einen Korb. Etwas ungeschickt kippte ich dabei fast die Sachen auf den Boden, weil der Korb zwei Henkel hatte. Man muss beide halten damit er nicht kippt. Ein kleines Mädchen beobachtete das und guckte mich mit grossen Augen an. Etwa so, als ob ich ausserirdisch wäre. Es war in altrosa und dunkelblau gekleidet. Sie trug ein Haarband in demselben Rosa wie ihr Rock. Ich sagte «ups» und entdeckte noch zwei kleinere Schwestern, die genau gleich gekleidet waren. Das erinnerte mich an meine Kindheit als unsere Mutter ihre sechs Kinder, die sie innerhalb von acht Jahren auf die Welt brachte, jeweils auch alle gleich kleidete. Also die Jungen gleich und die Mädchen gleich.

Nachdem ich alle meine Erinnerungsstücke zusammen hatte, zahlte ich und verliess den Laden wieder.

Draussen war emsiges Treiben, es war Freitag kurz vor 14:00 Uhr. Ich erinnerte mich an die Meldung vor etwa zwei Tagen, dass dieses Gebiet rund um die Synagoge auf der anderen Strassenseite, abgesperrt worden war, weil dort jemand antisemitische Parolen gerufen hatte.

Erdbeeraroma

Ohne festes Ziel ging ich los an diesem schönen Septembersonntagabend. Anlass war, an der Tanke etwas ein Getränk zu holen. Doch spontan kamen ein paar Schritte mehr dazu und ich fand mich im kurdischen Volksmarkt an der Ecke wieder. Für mich ist das wie Ferien dort, für die meisten Kunden vermutlich eher wie Heimat. Kaffee ging mir heute aus und die haben meine Lieblingssorte, hergestellt in Pristina. Leider ist sie momentan nur in kleiner 2oog Packung erhältlich, also nahm ich einen Beutel aus Bosnien. Er hat kaum Platz in meiner roten Blechdose mit weissen Punkten. Das heisst, die Mokkamahlung ist gröber und darum hätte ich einen Löffel mehr in mein 2er Kupferkännchen geben sollen um die gewünschte geschmackliche Intensität zu bekommen.
Kardamom Samen habe ich auch noch gekauft. Immer bereit für ein neue geschmackliche Erfahrung, kam auch noch eine Kaffeemischung mit 10% Kardamom hinzu.
Doch das eigentliche Highlight ist ein Erdbeersoftgetränk. Haben die Erdbeeren und meine rote Kaffeedose weisse Punkte so hat dies, zur Abwechslung, schwarze Punkte. Es sind Basilikumsamen die im roten erdbeeraromatisierten Inhalt des durchsichtigen Glasfläschchens schweben. Warum gibt es das? Warum macht man sowas? Und die grosse Frage: warum kaufte ich das?

Ich las einst von einem Töpfer, dass die «Überraschung» eine grosse Komponente in der japanischen Kunst sei. Man sieht eine Teetasse und denkt: die ist wohlgeformt, stabil und erdig. Doch wenn man sie in die Hand nimmt, ist sie ganz leicht und durch die raue Oberfläche entsteht bei Berührung ein Kitzeln an den Fingerkuppen, fast ein Klang beim darüber streichen. Etwas, das man nicht vermutet hätte und nun überrascht. Genauso ist es mit den schwebenden Basilikumsamen. Sie sinken nicht auf den Boden des Getränks noch schwimmen sie obenauf. Sie halten schön verteilt die Schwebe. Wenn man es trinkt spürt man den glibbrigen Basilikum auf der Zunge. Ein sensorisches Erlebnis. Etwas das die verspielten Asiaten zu lieben scheinen. Die winzigen Samen saugen Wasser auf und dehnen sich auf vielleicht das 10-20 Fache ihres Volumens aus. Darum können sie nicht sinken, weil es unsichtbare Bällchen mit schwarzem Kern sind. Das Getränk wurde in Vietnam hergestellt und ich kann es mir gut in Thailand, Taiwan oder Japan in den Verkaufsläden vorstellen.

Ah-ri und ich teilten uns das Erdbeergetränk und freuten uns über die schwebenden schwarzen Basilikumsamen. Sie trägt eine Art blaue Matrosenschuluniform mit weissem Kragen. An Stelle eines Rocks weite Hosenbeine. Es scheint als ob sie aus Zeit und Raum gefallen ist. Direkt aus dem Schulalltag einer asiatischen Highschool oder dem College, das sie in ihrer Vergangenheit besucht hat, in die Gegenwart, zu uns nach Europa teleportiert. Die Haare im Schulalltag etwa alle 2-3 Tage gewaschen und leichte Abnützungen an den Nähten der ‚Uniform‘.  Ziellos, komplett im falschen Film, doch unglaublich hübsch mit ihren schönen Lippen, mandelförmigen Augen und fein geschnittenen hohen Wangenknochen. Sie hat offensichtlich einen fernöstlichen Ursprung. 

Ah-ri war auch in dem Laden. Sie irrte etwas verloren darin umher und wir begegneten uns paarmal zwischen den Gestellen. Ich sprach sie ausserhalb des Ladens an und fragte, ob sie den Weg sucht. Sie suchte den Bahnhof, der in Richtung meines Weges lag. Ohne grosse Worte schlenderten wir der Hauptstrasse, der Baumallee, entlang. Deutsch versteht sie nicht, Englisch schon. Ich fragte nicht viel, doch es war schön mit jemandem da lang zu spazieren. Ich zeigte ihr meine Einkäufe und sagte, dass ich neugierig sei, wie der ‚basil seed softdrink‘ schmeckt. 

Sie war ganz entzückt davon. Also setzten wir uns auf eine Bank, etwas zu knabbern und die Sachen auszuprobieren. Sie hatte Zeit dafür. Wir plauderten über Essen, Musik, usw. Ich fragte nichts über ihre Herkunft, über ihr Leben. Das wäre so plump. Es ist weitaus interessanter das einfach so erzählt zu bekommen. Oder eben auch nicht. Doch ihre Aufgeschlossenheit liess mich auf Korea tippen. Sie gibt ihr Geheimnis, das vielleicht gar keines ist, nicht sofort Preis. Eine neue Geschichte hat begonnen.

Hört Israel zu

«… doch Antisemitismus, der tiefe Hass, basierend auf der Ohnmacht eines kapitulierten Intellektes, ist die Bankrotterklärung des menschlichen Geistes …»

Israel ist umzingelt von ‚Staaten‘ oder eher Gruppierungen, die einfach nur Israel auslöschen wollen. ‚Geht weg‘ rufen sie. Als ob man die Verzweiflung dieser Rufenden nicht hören würde. Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Das bedeutetet, eine Gewaltenteilung zu haben zwischen Gesetzgebender und Gesetzausübender Gewalt. Etwas was den modernen Staat mit Verfassung auszeichnet. Es ist eine Kultur des Dialoges notwendig um solch eine Demokratie zu bewerkstelligen die schlussendlich Wohlstand und Frieden der Menschheit bringt. Nicht weil irgend ein sogenannter, aber nicht verstandener, Gott irgendwas macht, sondern weil die Menschen ihren Verstand gebrauchen.

Das ist der Schlüssel zur Lösung aller Probleme. Braucht euren Verstand, Menschen. Guckt mal wieweit ihr durch Nachdenken und bedachtes Handeln kommt. Wie weit ihr kommt, nicht durch beten für das Gute, sondern durch die gute Tat. Streit gibt es von alleine, wenn die Unstimmigkeiten nicht gelöst werden. Frieden gibt es nur durch aktives Tun des Guten.

Israel wurde 1948 gegründet und unmittelbar danach gleich von allen umliegenden Staaten angegriffen. Es war anders geplant, es hätte Frieden geben können. Die umliegenden Staaten wollten das nicht. Doch guckt was Israel geleistet hat. Was der jüdische Staat innert kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat. Mit Fantasie, Visionen, technischem Kalkül mitunter der klügsten Köpfe, die die Menschheit zu bieten hat. GUCKT HIN, HÖRT «den Juden» zu. Wir können etwas lernen.

Heute ist Samstag, 13. September 2025 | 20. Elul AM 5785. Das heisst der jüdische Kalender beginnt 3761 v chr. Das war so etwa die Zeit in welcher die Sumerer die Zivilisation erfanden. Die Menschen lösten sich aus der Jäger- und Sammler-Mentalität und begannen Städte zu bauen, das Land zu vermessen und einzuteilen, sie erfanden die Schrift und die Verwaltung der irdischen Angelegenheiten. Sie brauchten ihren Verstand. Das heisst, dass der vorher schon vorhanden war.

Die Menschen begannen also ihr Schicksal, wenigstens ansatzweise, selbst in die Hand zu nehmen. Diese Entwicklung setzte sich fort bis heute, wo wir es mit künstlicher Intelligenz zu tun haben. Die Sumerer begannen die Schrift zu brauchen. Sie ersetzten das Orakel. Man konnte nicht mehr «heute diese Geschichte und morgen eine dieser komplett wiedersprechende Geschichte» erfinden. Man schrieb es auf und auch nach 4000 Jahren kann man die Tontafeln noch lesen. Man beschliesst etwas gemeinsam und man kann das einsehen. Das bringt Frieden. Menschen gemachten. Dazu braucht es erstmal keinen Gott.

PM Netanyahu sagte vor dem amerikanischen Kongress über den aktuellen Krieg in Gaza, der am 7.10.23 durch den Überfall von Terrortruppen aus Gaza auf Israel losgetreten wurde:

«Es ist kein Krieg zwischen Zivilisationen, es ist Krieg zwischen Zivilisation und Barbarei». Man kann über diese Aussage denken was man will, doch versuchen sie zu verstehen, führt zur Erkenntnis, dass wohl genau das gemeint ist, was er sagte.

Hören wir Israel zu, wir können etwas lernen. Vergessen wir die Vorurteile und all das erbärmlich dumme Geschwafel und Gespött über Israel.

Stimmt es nicht was er sagte? Seit 5785 Jahre sind «die Juden» der Dorn im Fleisch der Menschheit. Angetrieben ausserordentliche geistige Leistungen zu vollbringen. Nicht nur «die Juden» auch Christen, Muslime, Sufis, Inder, Chinesen, Tolteken, usw. haben grosses diesbezüglich geleistet, zum Teil unabhängig voreinander zum Teil sich gegenseitig inspirierend. Von den Indern haben wir die Null, von den Arabern die Algebra usw. «Die Juden» haben eine durchgehende 5785 Jahre andauernde Tradition, schriftlich festgelegt. Nicht «heute dies, morgen das». Das ist eine grossartige, einmalige Leistung. Viele, die über Israel in ihrem Antisemitismus herziehen, können kaum bis Drei zählen. Sie geben sich mit der Erdscholle, aus welcher sie gewachsen sind, zufrieden und mit der Vermehrung der Familie. Mehr wollen sie nicht. Doch … es gibt Platon. Die griechische Kultur, die grossen Gegenspieler, die gar nicht so unterschiedlich sind.

Platon schreibt im Timaios (27,28):

«Zuerst nun haben wir, meiner Meinung nach, dies zu unterscheiden: was ist das stets Seiende, das Entstehen nicht an sich hat, und was das stets Werdende, aber niemals Seiende; das eine, stets gemäss demselben Seiende ist durch Vernunft mit Denken zu erfassen, das andere dagegen durch Vorstellung vermittels vernunftloser Sinneswahrnehmung vorstellbar, als entstehend und vergehend, nie aber wirklich seiend.»

Das «Seiende» ist also durch Vernunft mit Denken zu erfassen. Das «Seiende» ist der göttliche Ursprung. «Die Juden» sprechen Gottes Namen nicht aus und im Taoismus gilt: «Tao, das du benennnen kannst, ist nicht Tao». Im Christentum hätten wir den heiligen Geist zur Verfügung der die Brücke zwischen Mensch und Gott schlägt.

Wenn wir also unseren Verstand, unser Denken und unsere Vernunft brauchen sind wir – wen wunderts – Gott am nächsten. Es ist der klassische Kain – Abel Konflikt der oftmals überhaupt nicht- und wenn, meistens sehr missverstanden wird. Das Missverständnis liegt darin, dass im religiösen Wahn gerne Abel gespielt wird. Wir sind aber nicht mehr Abel – wir sind Kain. Alle. Denn Adam und Eva haben von der ‚verbotenen‘ Frucht gegessen. Die Frucht ist nicht verboten, doch davon zu essen ist eine unumkehrbare Entscheidung. Wir sind deren Kinder … nun müssen wir eben den Verstand gebrauchen, um unsere Angelegenheiten zu lösen. Womöglich sind uns «die Juden» mit ihrer über Jahrtausende überlieferten Tradition da ein Stück voraus … hört auf Israel. Sie haben etwas geleistet, aus dem Nichts etwas aufgebaut, das man analysieren und angucken, sogar kritisieren kann.

«Die Juden» sind nicht sehr gut darin über ihre Taten zu prahlen. Verständlicherweise wollen sie lieber unerkannt durch ihre Werke brillieren, denn allzuoft erzeugen diese Werke Neid und Eifersucht.

Israel braucht die Unterstützung der zivilisierten Welt um den Barbarismus der Terrorfürsten zu zähmen. Wir müssen Israel unterstützen. Nicht im Sinne eines «Geschäftes» sondern in echter Solidarität. Es darf keinen Judenhass mehr geben in unseren Ländern, in Europa und Amerika. In den modernen Staaten. Alle Gläubigen Menschen die eines Verstandes würdig sind, Christen, Muslime, Taoisten, Konfuzianer, Hindus, Sikhs, Buddhisten, Tantriker usw., alle die etwas auf ihre Vernunft halten, müssen jetzt diesen Inneren Kampf in sich selbst führen, nicht gegen die Barbarei sondern für die Erleuchtung. Wir müssen und können unsere Probleme mit unserem Verstand WELTWEIT lösen. Und wir müssen es gemeinsam tun, sonst ist Krieg. Hört Israel zu. Sie führen diesen Kampf seit 5785 Jahren.

Das offensichtliche Geheimnis um den angebissenen Apfel

Ein Stichwort (tag) zum ersten Eintrag in diesem Blog, vom 19. Mai 2012 mit dem Titel «Wirklichkeit», lautet «Apple Computer». Schon damals geisterte seit Jahren oder gar Jahrzehnten die Idee eines inneren Zusammenhangs zwischen dem Apple-Logo und dem angebissenen Apfel in der Schöpfungsgeschichte des «alten Testamentes» oder genauer der Tora, durch mein Bewusstsein. Der angebissene Apfel, der in verschiedenen Mythologien und Märchen der Welt auftaucht. So bei «Schneewittchen und den sieben Zwergen», «Persephone» und auch beim Tod von Computer Pionier Alan Turing.

In der ins Deutsche übersetzten Genesis (leider verstehe ich weder die hebräische noch die aramäische Sprache), werden die ersten Menschen gewarnt, nicht vom Baum der «Erkenntnis von Gut und Böse» zu essen. «Die Götter» (ja es steht da in Mehrzahl) hatten Angst, dass die Menschen «erkennen» und auch noch vom Baum des Lebens naschen wollen um gar unsterblich zu werden. Es blitzt in der Geschichte eine Eifersucht der «Götter» auf die Menschen durch.

Die religiösen Bücher sehe ich als Mythologien. Auch wenn sie geschichtliche oder ethische Komponenten enthalten mögen. So betrachtet können die sogenannt «heiligen Schriften» wesentlich mehr hergeben. Es ist in ihnen Wissen enthalten das mit dem Glauben nicht erschlossen werden kann. Der «Glaube» ist womöglich ein gutes Instrument um ein gerechtes Leben führen zu können, wenn es ein «Glaube an das Gute» ist, doch Wissen und Erkenntnis hat er nicht.

Mein Gedanke war: Ein Computer rechnet mit dem binären Zahlensysten. Ein Bit kann an oder aus sein. Es gibt also nur zwei Ziffern: 0 und 1. Im Zehnersystem gibt es ja zehn Ziffern, von Null bis Neun.

Somit erscheint der Zusammenhang offensichtlich. Einesteils rechnet der Computer also im Dual- oder Binäsystem, andererseits haben wir das duale (oder polare) «Gut» und «Böse» in der Genesis. Gut und böse kann auch als «positiv» und «negativ» verstanden werden.

Der Gedanke eines Zusammenhangs des Apple-Logo und der Genesis drängt sich heute auf, doch damals, in den 80igern, 90igern, Millenium, dem Beginn des Internetzeitalters, der technologischen Evolution in horrendem, euphorischem Tempo, war es schwierig sich vorzustellen, Steve Jobs hätte da, trotz seines Familiennamens, als Hippie auf solch eine Tradition zurückgegriffen.

Das Thema schlummerte bis zu dem Tag als seine Tochter 2025, also neulich, heiratete.

In einem Artikel über sie habe ich gelesen, dass sie ein altes Apple T-Shirt besonders liebt. Eines auf dem auf der Vorderseite sinngemäss steht: «Eve made the right choice» und auf der Rückeite «She picked the Apple».

Kein Wunder mag sie das Tee, denn sie heisst «Eve».

St eve Jobs hat uns also mit dem Namen seiner Tochter, bewusst oder unbewusst, einen Schlüssel hinterlassen.

Was hat es also mit dem «Baum der Erkenntnis» auf sich, auf den das «Apple Logo», nun zumindest plausibel, referenziert?

Das ist Thema des nächsten Blogeintrages.

Banu – es gibt keine zweite Chance

«Ich bin Chinesin» sagte sie in gebrochenem Deutsch, ohne danach gefragt worden zu sein, unvermittelt vor mir stehend. Ihr Blick ertappte mich. Es war einer dieser Momente von welchen ich schon viele verpatzt habe. Meistens durch unpassende Äusserungen oder unschickliches Verhalten. Das merkte ich sofort. Also hielt ich mich ganz still. Guckte ohne zu starren, lächelte ohne zu grinsen, sprach mit einer freundlichen Sachlichkeit, ohne mich anzubiedern.
«Ni-hao», sagte ich um Zeit zu gewinnen und die Unterhaltung auf eine «sophistcated small talk» Ebene zu heben. Es verschaffte mir etwas Zeit und Raum das zu erfassen, was gerade geschieht. «I’m trying to learn the sinograms.» Keine Ahnung warum ich plötzlich englisch sprach. Ihre Augen waren aus hellem Braun mit Grün. Sehr hell doch ohne kühle Note von Blau oder Grau.
Ihre Lippen, Rosa, leicht geschminkt, ohne Botox. Ihr Alter etwa zwischen 25 und 40, schwer zu sagen in dem kurzen Augenblick.
Ich versuchte das Chinesische in ihr zu entdecken. Die Augen waren leicht mandelförmig. Soweit es der Betrachtungswinkel zu erkennen erlaubte, hatte sie wirklich extrem schwarzes, dichtes, glänzendes, ganz gerades, sehr langes Haar. Ich wär gerne einen Schritt zurück getreten um sie zu betrachten. Doch siehe oben. Diesmal wollte ich den Moment nicht zerstören.
Sie war in modisches Hellbeige, in verschiedenen Schattierungen, gekleidet. Das unterlegte sehr vorteilhaft ihren Teint und ihre nahezu hellbeigen, ockerfarbigen, leuchtenden Augen.
Nebst dem Stillhalten, freundlichen Lächeln und krampfhaftem nicht zu starren, begann mein Vorstellungsvermögen hastig alle möglichen Kombinationen und danach auch die Erinnerungen durchzublättern, im Versuch, das Gesicht irgendwie einordnen zu können.
Ähnlich wie in amerikanischen Filmen Gesichterkennungsapps jeweils die FBI Datenbanken durchforsten.
Es erinnerte mich an ein Erlebnis, als ich in einer Meditation einmal alle meine Vorgänger oder alle Abkömmlinge eines wunderschönen Urbildes in rasendem Tempo rückwärts sich abspulen sah.
Doch die Suche stoppte nirgends.
Ich fragte, ob sie aus dem Westen von China stamme. Weil dies näher bei Zentralasien liegt und sie eher mittelöstliche als südostasiatische Gesichtszüge hatte.
Sie erklärte, ihre Mutter sei Chinesin doch ihr Vater sei Iraner und sie sei dort auch aufgewachsen.
Iran – Zarathustra kam mir in Erinnerung und Ahura-Mazda. Das Licht der Erkenntnis. Sogar Pythagoras, so eine Legende, liess sich von Zarathustra unterrichten, nebst seinen ägyptischen Lehrern. Auch Juden, in freundschaftlicher Verbundenheit, auf hohem geistigen Niveau. Mani, der grosse Poet, wurde von Zarathustra und dem Christentum inspiriert- schoss mir durch die Gedanken. Marco Polo, so die Erzählung, soll noch intakte manichäische Gemeinden in China vorgefunden haben, assozierte es weiter. Bilder persischer Rosengärten und von zahllosen manichäischen Märchen durchzogen meine Gedankenwelt.

Die Begegnung geschah in der Woche nach dem «Zwölf-Tage-Konflikt» und ich versuchte irgendetwas in diese Richtung zu sagen, doch die unterschiedlichen Sprachkenntnisse liessen es nicht zu. Auch verwarf ich das Thema «Krieg» als unpassend. Siehe oben.
Keine Ahnung was sie veranlasst hatte auf mich zuzugehen.
Einmal fragte mich ein iranischer Kurde, aus dem kurdischen Laden an der Ecke, ob ich aus dem Iran stamme. Er hielt mich wohl anfangs für einen iranischen Spion.
Viele Leute haben beim Kennenlernen genauso Mühe mich einzuteilen. Womöglich machte auch dies unsere Begegnung besonders. Die Uneinteilbarkeit als Gemeinsamkeit und Vertrautheit.

Ich reichte ihr mein Degustationsprodukt, wich einen Schritt zurück um einen Einkaufswagen durchzulassen, drehte mich kurz und schon war sie weg. Eine von 670 Personen in diesen zwei Tagen am Vierwaldstättersee.

Veröffentlicht unter Texte

Im Anfang war das Wort …

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.[1]
(Johannes 1, 1: Bibelserver.com , Luther 2017) ( wörtliche Übersetzung )

Als «Wort» wird im in griechischer Sprache geschriebenen «Original» «Logos» verwendet.
«Anfang» kann auch als «Ursprung» verstanden werden.

In dem Buch «Timaios» (31,32) von Platon ist folgender Satz zu finden:

«Das schönste aller Bänder ist nun das, welches das Verbundene und sich selbst soviel wie möglich zu einem macht; das aber vermag seiner Natur nach am besten ein gegenseitiges Verhältnis zu bewirken.
Wenn sich nämlich von irgendwelchen drei Zahlen oder Massen oder Flächen die mittlere zur letzten wie die erste zu ihr sich verhält, und so auch die letzte zur mittleren wie diese zur ersten, so folgt, indem die mittlere zur ersten und letzten wird und die letzte und erste beide zu mittleren, daraus notwendig, daß alle dieselben seien, indem sie aber untereinander zu demselben werden, daß alle eins sein werden.»

Weiter ist in dem Buch «Timaios» (27,28) folgende Aussage zu finden:

«Zuerst nun haben wir, meiner Meinung nach, dies zu unterscheiden: was ist das stets Seiende, das Entstehen nicht an sich hat, und was das stets Werdende, aber niemals Seiende; das eine, stets gemäß demselben Seiende ist durch Vernunft mit Denken zu erfassen, das andere dagegen durch Vorstellung vermittels vernunftloser Sinneswahmehmung vorstellbar, als entstehend und vergehend, nie aber wirklich seiend.»

Zudem steht im «Timaios» (29c) folgender Satz:

« … denn wie das Sein zum Werden, so verhält sich die Wahrheit zum Glauben.»

Daraus scheint ersichtlich, dass Gott, das «Sein», nicht erspürt oder erfühlt sonden nur «durch Vernunft im Denken» erfasst werden kann.

Weiter geht es im Prolog des Johannesevangeliums:

«Dasselbe war im Anfang bei Gott. 3 Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.[2] 4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. 5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen. 6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. 7 Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. 8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. 9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen[3].»

Die Aussage scheint klar zu sein … Das wahre Licht wird das Denken im Menschen erleuchten. Das ist die Aussage im Prolog des Johannesevangeliums und die christliche Botschaft. Auch im Taoismus, Budhismus, Hinduismus ist das die Grundaussage. Im Judaismus und Islamismus wird es dasselbe sein.

Unterschiede bestehen in den Beschreibungen des Weges, die zu dieser Erleuchtung in Vernunft und Denken führen …

Im Grunde zählt nur, ob ein Mensch, egal welcher Herkunft, den Ursprung in Vernuft und Denken erfasst.

In diesem «erleuchtet» sein findet sich auch Wissenschaft und Kunst.

Montreux

Haibun

Es gibt Momente in denen sich die grauen Berge und die graue Wolkendecke, von Montreux aus gesehen, im Genfersee spiegeln. Gegen Abend kann es sein, dass die Wolkendecke etwas aufbricht.

Auf bleigrauem See
am Fuss der Schneeberge
ein goldener Glanz

Mit der Zahnradbahn, dem Auto oder zu Fuss geht es von dort hoch hinauf. Bis auf den Roger de Naye, einem beliebten Abflugsort für Geitschirme und Deltasegler.

Aufmerksame Reisende können unterwegs ein Tempelgbäude entdecken das auf betonierten Pfählen ruht. 

Eiswasser tropft
vom Tempeldach 
ins Nebelmeer

Ausserhalb ist ein kreisrunder Brunnen. Er ist nicht gross, mit weissen Mosaiksteinen ausgekleidet und blauen, ineinandergefügten Kreisen.

sieben Fontänen
wenden sich wieder erdwärts
im Rosengarten

Drinnen, vorbei an den Wächtern ist ein weiterer Brunnen.

knisternde Stille
ins sanfte Plätschern
öffnet sich die Tür

Worte ertönen aus dem Innersten. Erinnerungen an das verborgene Licht.  Worte aus früheren Zeiten, vielleicht aus Ägypten, China, von Johannes, Platon, Lao Tse, aus dem erwachenden Europa. Der selbe Ruf über Jahrtausende.

lichtdurchflutete
Blüten und im Schatten noch
die Rosenknospen

Auf einem Abendspatziergang dann:

Das Sternenmeer
oberhalb und unterhalb
das Lichtermeer

Morgens, im Sonnenaufgang, kann  nicht selten ein metaphorisches Bild erblickt werden. Die Natur als Künstlerin malt:

Berge und Wolken
berühren sich
im rosa Dunst

Zurück, wieder in Montreux im Alltag. Erst ist die Erinnerung lebendig. Dann kleine Ärgernisse wie lautes telefonieren, Stau, quängelnde Kinder.

über meinem Weg
reisst die Wolkendecke auf
vor mir ein Rotlicht

Doch die Erinnerung bleibt, das Hoffen, nicht zu vergessen. Den Ruf, aus dem Innersten. Der Wunsch handeln zu können aus der «Erkenntnis der Einheit im Ursprung». Worte aus dem TAO TE King klingen in den Alltag wie:

«Sie waren zaghaft wie einer der im Winter einen Strom durchwatet.»

«Sie verschwanden wie schmelzendes Eis.
Sie waren einfach wie unbearbeitetes Holz.»

«Wer kann die Unreinheiten seines Herzens zur Ruhe bringen. Wer kann allmählich in TAO geboren werden durch eine lang bewahrte Gelassenheit.»

«Wer TAO besitzt wünscht nicht erfüllt zu sein. Gerade weil er nicht erfüllt ist, wird er vor Veränderung bewahrt.»

my last love poem

Love is inside me now
as a light in my heart, 
garding my thoughts

down in the world
it glows from nowhere within
entangled to the origin

could’nt handle it
messing with the opposit
unusable for my own

slowly became aware of it
read and heard about
incapable to realize

seems it’s here  
since ancient times –
the first cause in the origin

in a silent celebrating of kindness
Love join Love in other beings

some mess it up
fade in fade out
ghosting, even argueing

Love is inside me now 
I’m in Love

it is already 
all and everything.

Kafi Paradiesli

Haibun

Die paar Metalltischchen, draussen, in einer Nische, sind bunt übermalt. Kahle Zweige von Büschen und Baum ragen gegen das Trottoir, über Tische und Stühle, die sonst recht ordentlich versammelt sind. Es gibt einen alten Steinbrunnen fürs Händewaschen.

Drinnen, paar Stufen runter, weitere Tischchen sowie noch zwei auf einem verwinkelten Zwischenboden. Eine Minilounge, nochmals etwas abgesetzt, wagte ich nicht zu erreichen. Es gibt sogar eine Ecke zur Zubereitung von Getränken und einfachen Speisen wie Salaten und Suppen. Quiche und Kuchen bereichern das Angebot.
  
Am Nachbartischchen wird englisch gesprochen.  Es ist nicht deren unterschiedliche Muttersprache. Sie sind in den späteren Zwanzigern, treffen sich zum Lunch und scheinen kurz davor zu sein, sich ihre Liebe einzugestehen. Ihre Worte wählen sie sehr vorsichtig und liebevoll. Alle Gäste sind sehr achtsam. Jede Geste, Bewegung, muss vorsichtig gemacht werden in dem verwinkelten Café in Zürich. Sogar ein falsches Wort, so wirkt es, könnte die Holzkonstruktion zusammenfallen lassen.

Auch wir unterhalten uns auf englisch. Unsere Muttersprachen sind auch unterschiedlich. Wir wählen unsere Worte auch vorsichtig, um das Haus zu stützen.

japanese bliss
from your giggling
over celery soup